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Wandern rund um Syke

Süstedter Strandbad und mehr

sues Noltesche Mühle - Wahrzeichen von Süstedt im frühen Frühjahr (© ga&ul 2021-04)

Durch Süstedt und um Süstedt herum

Heute verschlägt's uns in den sonnigen Süden Sykes, zum Süstedter Strand. Aber es gibt durchaus noch einiges mehr zu entdecken in dem kleinen Dorf am Geestrand, und in seiner Umgebung, zwei Wassermühlen zum Beispiel. Die eine, wohl die bekanntere, ist die Noltesche Mühle, an der wir diese kleine Wanderung beginnen. Sie führt uns durch den Ort und auf die Höhen zur B6 hin, bevor es wieder zum Ort hinunter geht.

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Durch den Ort
Wir parken an der Nolteschen Mühle. Es ist Karfreitag, der Himmel gibt sich eher bedeckt, gemischt grau. Dennoch sehen wir häufig Menschen in ihren Gärten. Corona-Zeiten. Unternehmen kann man nicht viel, kaum eigene Angehörige besuchen. Familienfeiern finden nicht statt, Restaurants sind geschlossen. Also beschäftigt man sich zuhause.
Schon bei der Mühle ist uns ein Schild aufgefallen: "Süstedter Strand". Dem gehen wir nach und landen an einem Badestrand mit Boot, Strandbar und wilder Schaukel am Süstedter Bach, alles im Miniaturformat. Sogar ein professionell gestaltetes Transparent hängt dort mit der Aufschrift "Süstedter Strandbar". Doch selbst für ein Fussbad - mehr geht kaum im Bächlein - ist es uns zu kalt.
Der weitere Weg führt uns hinter dem Sportplatz entlang weiter nach Stroh. So heißt dieser kleine Ortsteil von Süstedt tatsächlich. Stroh haben wir nicht gesehen, dafür einen Kostümverleih.

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Nach Retzen
Ein Stückchen weiter treffen wir auf den Retzer Bach, dem wir nun den Berg hinauf folgen. Bevor wir jedoch zum Gut Retzen kommen, biegen wir am Waldrand hinter einem alten Haus rechts ab und laufen nun immer am Wald entlang bergan, mit schönem Blick auf das kleine Süstedt. Oben treffen wir auf eine Straße. Hier biegen wir nach links ab. Kurz vor dem Wendeplatz am Ende des Fahrweges laufen wir in den Wald hinein und folgen einem Mountainbiker-Trail auf die andere Seite des Wäldchens. Hier gehen wir wieder am Waldrand entlang, doch dieses Mal abwärts, bis wir wieder auf den Weg am Retzer Bach treffen. Auch hier steht ein Haus an der Waldecke. Wir halten uns rechts und kommen nun in den Genuss eines herrlichen Feldweges, der sich etwas oberhalb des geschwungenen Bachtales an einem Spargelacker entlang zieht. Vor dem Gutsgelände gehen wir im Bogen auf die asphaltierte Straße zu, die am Gut Retzen vorbei führt.
Das Rittergut, seit Jahrhunderten in Familienbesitz, entwickelte sich in den letzten Jahrzehnten zu einem modernen Therapie- und Pflegezentrum. Hier werden Schwerstpflegepatienten aller Altersstufen, aber auch pflegebedürftige ältere Menschen betreut. Gut Retzen ist spezialisiert auf komplexe Pflegesituationen, beispielsweise bei schwersten Schädel-Hirn-Verletzungen oder bei Menschen, die im Wachkoma leben.
Nachdem wir den Gebäudekomplex der Pflegeeinrichtung hinter uns haben, biegen wir rechts ab, laufen in das Tal des Retzer Baches hinunter, vorbei an den Wirtschaftsgebäuden des Gutes. Unten geht es wieder erst links, dann gleich rechts aus dem Tal hinaus. Oben empfängt uns freies Feld mit weiten Blicken. Wir befinden uns auf der Geesthöhe und folgen dem Weg geradeaus durch die Felder. Vor uns liegt eine Biogasanlage, an der wir rechts vorbei weiter über die Höhen laufen.

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Harmisser Wiehe
Wir queren einen asphaltierten Fahrweg, kommen an einem hübsch anzusehenden Fachwerk-Ensemble vorbei. Der folgende Weg, der uns eigentlich wieder zurück nach Süstedt bringen sollte, Harmisser Wiehe genannt, ist leider nicht mehr begehbar, da er teils untergepflügt, teils von Pferdehaltern mit Elekrozäunen versperrt ist. Wir sind dort entlang gelaufen, mussten aber nachher den Acker überqueren, um wieder nach Süstedt zu kommen. Keine Angst, wir haben dazu eine vegetationsfreie Traktorspur benutzt!

Gedenkstätte
Man muss also noch ein Stück oben auf der Höhe bleiben und den nächsten, asphaltierten Weg nehmen. Er führt kurz vor dem Dorf an einer Gedenkstätte für die in verschiedenen Kriegen gefallenen Bewohner des Ortes vorbei. Sie liegt malerisch in einem Trockental. Man sollte ruhig einmal durch das schmiedeeiserne Törchen hinein gehen und sich die Inschriften genauer ansehen. Unter den Gefallenen sind ganz junge Kerle von kaum 19 Jahren, die irgendwo im Osten ihr Leben lassen mussten für den Großmacht-Wahn Hitlerdeutschlands.

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Zurück ins Dorf
Da wir bisher keine andere Gelegenheit gefunden haben, nutzen wir die Bank, die ganz hinten auf dem Gelände steht, für eine Rast, bevor wir die restliche Strecke zurück legen. Auf dem Weg zur Nolteschen Mühle kommen wir am Haltepunkt der Museumsbahn vorbei. Man könnte also auch den Kaffkieker - so heißt der historische Triebwagen, der hier die Strecke von Syke nach Hoya und zurück befährt - an den Fahrtagen für die An- und Abreise zu dieser Wanderung nutzen. Außerdem hält Bus 150 (Hoya-Syke) alle ein bis zwei Stunden in Süstedt, Haltestelle 'Bahnhof'. Diese Bushaltestelle liegt gut 200 Meter südlich des heutigen Bahn-Haltepunktes an der Hauptstraße in Höhe des alten Bahnhofes.

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Fazit
Wer hätte das gedacht? So könnte man diese Wanderung auch überschreiben. Wir hatten eigentlich nur eine kleine Wanderung mit kurzer Anfahrt im Sinn, als wir nach Süstedt gestartet sind. Denn es war ein windiger, kühler Tag. Doch es sollte anders kommen.
Schon der Startort, die Noltesche Mühle mit ihren schönen, alten Gebäuden, dem romatischen Mühlen-Stauteich davor, stimmt auf eine angenehme Wanderung ein. Das winzige Strandbad bietet einen Anreiz, wenn man mit Kindern unterwegs ist. Der Wechsel zwischen idyllischen Passagen und Strecken mit weiten Blicken sorgt für Abwechslung. Man läuft oft an Bächen entlang, es geht bergauf, bergab, durch Wald und an der ausgedehnten Anlage des alten Rittergutes Retzen vorbei.

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Unverständlich dann allerdings, dass die Harmisser Wiehe untergepflügt und Privatinteressen geopfert werden konnte. So kommt man auch nicht mehr an der Oberen Mühle am Süstedter Bach vorbei. Dennoch, es lohnt sich, Süstedt und seine nähere Umgebung einmal genauer zu erkunden und nicht nur eben mal bei der Nolteschen Mühle einen Zwischenstopp einzulegen.
ug 2021-04-02

Zoombare Karte zu den Wanderungen

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