Wandern im Allertal
Von Eitze nach Ramelsen
Eitzer Mühle - statt Mehl oder Schrot wird hier heute Strom erzeugt (© ga&ul 2021-02)
Wandern zwischen Gohbach, Wald und Heide
Unser heutiges Wandergebiet wird geteilt von der Autobahn, die hier als Schneise quer durch die Landschaft gezogen wurde. Das bedeutet auch durchtrennte Wegeverbindungen, die zu Umwegen zwingen und verhindern, dass man ungestört in diese einst intakte Landschaft eintauchen kann. Das Naturerlebnis bleibt bruchstückhaft.
Vergiftet ist diese Landschaft aber nicht nur durch die vierspurige Rennpiste. Ein anderes Gift wirkt hier zusätzlich: Die Flurbereinigung. Sie wurde zu einer Zeit durchgeführt, als man im Wesentlichen die Interessen der Landwirtschaft im Auge hatte. Naturerlebnis, Naherholung, alles das hat dabei keine Rolle gespielt. So sind ihr ebenfalls etliche Wegeverbindungen zum Opfer gefallen, die vor allem für fußläufige Menschen von Bedeutung wären.
Dass es trotzdem lohnt, hier zu wandern, soll dieser Beitrag zeigen.
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Von Eitze nach Weitzmühlen
Wir starten am Parkplatz des Eitzer Friedhofes und lernen gleich schon mal den Gohbach kennen, der hier auch schon fast wieder am Ende ist, weil er kurz darauf in die Aller mündet. Wir laufen aber von der Aller weg, den Gohbach aufwärts. Folgerichtig heißt die Straße, der wir folgen, auch 'Am Gohbach'.
Ein Stückchen müssen wir dann an der Hauptstraße entlang laufen, bis wir rechts zur Eitzer Mühle abbiegen können. Unübersehbar ragt das fünfgeschossige Mühlengebäude durch die Bäume empor. Als Wirtschaftsbetrieb wurde die Mühle bis 1968 betrieben. Heute dient sie als Lagerraum für den landwirtschaftlichen Betrieb. Für den Eigenbedarf ist noch ein Schrotgang in Benutzung. Außerdem wird seit 2015 über eine Francis-Turbine wieder Strom erzeugt.
Von der Mühle aus folgen wir erst auf Straßen, dann auf geschwungenen Wegen weiter dem Lauf des Gohbaches und lassen dabei Eitze hinter uns. An den Bach selber kommt man nicht. Das anliegende Grundstück ist eingezäunt. Dafür ist der Wiesenweg davor umso schöner. Wo der Weg nach rechts abknickt, laufen wir auf einem Pfad im Gohbachtal weiter, bis wir die ersten Häuser von Weitzmühlen erreichen.
Am Ende des Weges geht es links ab auf die Landstraße, die zum Glück mit einem Fußweg versehen ist. Wir überqueren den Gohbach. Hier hat einst die MÜhle gestanden, die dem Ort seinen Namen gegeben hat. Gleich verlassen wir die Kreisstraße wieder nach rechts, um auf Wiesenwegen die Hauptstraße zu umgehen. Schließlich kommen wir in eine Siedlung, durch die unser Weg nordwärts auf die Autobahn zu führt.
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Von Weitzmühlen nach Ramelsen und Specken
Wir lassen nun Weitzmühlen hinter uns und begeben uns nach links zur nächsten Unterführung. Ein Stück Landstraße, dann biegen wir rechts ab, überqueren den Gibbach und landen kurz darauf in der Kirchlintelner Heide. Nach dem vielen Pflastertreten durch Weitzmühlen ist der Weg nun wieder eine Wohltat für die Füße, und die hügelige Heidelandschaft für das Auge.
Wem es 2,7 Kilometer zusätzlicher Wegstrecke wert ist, der kann von der Heide aus einen Abstecher nach Kirchlinteln machen und bei Bäcker Wöbse eine Kuchen- / Kaffeepause einlegen, vielleicht auch noch der Kirche St. Petri einen Besuch abstatten, die mitten im Ort auf einem Hügel thront.
Der Weg führt dann weiter in den Wald hinein. Es geht praktisch immer geradeaus über die Speckener Straße hinweg durch den Wald, bis nach einem knappen Kilometer ein Weg nach rechts führt, dem wir ein Stück folgen. Dann gehen wir schräg rechts auf einen Wacholderhain zu. Ein etwas abenteuerlicher Weg windet sich zwischen den Wacholdern hindurch und bringt uns an den südlichen Rand. Hier biegen wir scharf rechts ab und laufen am Ackerrand auf ein kleines Gehöft zu. Von dort führt ein Weg zum Heidehof Ramelsen.
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Von Specken zurück nach Eitze
Von Specken aus wandern wir auf dem Speckener Weg zurück nach Eitze, mal über freies Feld, mal durch Wald oder an Waldrändern entlang. In Höhe der Sendeanlage führt der Weg blühenden Trockenflächen vorbei, die nach Verfüllung einer ehemaligen Sandgrube entstanden sind.
Da der Speckener Weg einem Geestrücken folgt - die Sendeanlage steht auf einer der höchsten Erhebungen der Umgebung (fast 40 Meter) -, bieten sich immer wieder schöne Ausblicke Richtung Gohbachtal im Norden und Allertal im Süden.
Am Ortsrand von Eitze treffen wir wieder auf unseren Hinweg, dem wir ein Stück folgen. Wo er nach rechts abzweigt, laufen wir geradeaus weiter, um noch einmal am Eitzer See vorbei zu schauen, der größten von insgesamt neun Tonkuhlen um Eitze. Ziegeleien - es waren mal bis zu sieben - gibt es heute nicht mehr. Auch von den Gebäuden blieb nichts stehen. Nur der Name der Siedlung 'Eitzer Ziegelei' und eines der schönen Holzschilder, die der Heimatverein in Eitze aufgestellt hat, erinnern noch an die Zeit.
Vom See aus geht es dann auf teils versteckten Wegen durch den Ort. Dabei kommen wir auch am Oelfkenhof vorbei, auf dem man übernachten oder im Restaurant "Am Kamin" einkehren kann. Das öffnet aber erst gegen Abend. Für uns nicht interessant. Also nehmen wir das letzte Stück unter die Sohlen. Direkt hinter der Brücke über den Gohbach treffen wir auf einen Rastplatz. Von da sind es dann nur noch wenige Schritte bis zum Parkplatz am Friedhof.
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Fazit
Trotz Autobahn, Verbotsschildern und ein paar weglosen Wegen eine abwechslungsreiche und landschaftlich schöne Runde.
Sehenswert: Eitzer Wassermühle, Holzschilder in Eitze, Gohbachniederung, Kirchlintelner Heide, Wacholderhain bei Ramelsen und, wenn man den Abstecher machen will, St. Petri in Kirchlinteln. Sehr viel Freude hat uns auch das Wandern auf den Geesthöhen gemacht - wegen der schönen Aussichten.
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